Zum Emissonsnbericht des Zementwerks 2024

Stellungnahme der SPD-Fraktion zum Emissionsbericht des Zementwerks am 4.11.2024

Wie jedes Jahr möchten wir als SPD-Fraktion bei der Vorstellung des Emissionsberichts des Zementwerks die Gelegenheit nutzen, die Problematiken zum Werk zu thematisieren und kritische Fragen und Forderungen an das Zementwerk zu stellen. Dieses Jahr haben wir die Themen CO2-Ausstoss, Lärm, Wasser, neue Abbaugebiete und Renaturierung der alten Steinbrüche im Fokus. 

 

CO2-Ausstoss:

Im Bericht wurde der CO2-Ausstoss nicht genannt. Er dürfte aber ungefähr dem Ausstoss einer Kleinstadt entsprechen! Mit ursächlich dafür ist der hauptsächlich in Wössingen hergestellte Portlandzement. Die Herstellung von Portlandzementklinker ist sehr energieintensiv und bringt die Zementindustrie wegen der damit verbundenen hohen CO2-Emissionen regelmäßig in Verruf. Wie ist der Sachstand des Klimakonzepts zur Abscheidung von CO2?

 

Lärm:

Die Installierung von neuen Schalldämpfern an zwei Abluftkaminen ist erfreulich, aber die Maßnahme hätte sicher auch schon ein paar Jahre früher erfolgen können und müssen. Lärm ist gesundheitsschädlich, beeinträchtigt erheblich die Lebensqualität in der Nachbarschaft und bedarf umgehender Abhilfe. Wir fordern das Werk auf, erneut Messungen durchzuführen, um weitere kontinuierliche Verbesserungen und Maßnahmen umzusetzen. 

 

Wasser:

Das Zementwerk braucht zur Kühlung beim Verbrennungsprozess Wasser und entzieht dieses dem Grundwasser Walzbachtals. Aktuell sind das 80.000 m3. Damit benötigt das Werk fast 21 % der gesamten geförderten Wassermenge Walzbachtals. Die Entnahme des Wassers durch das Werk hat also massive Auswirkungen auf unsere Brunnen und unsere Trinkwasserversorgung! Wir fordern daher das Zementwerk auf, dringend Maßnahmen zu planen und dann entsprechend umzusetzen, um Wasser zu sparen beziehungsweise zurückzugewinnen. Wir erwarten auch, dass das Werk einen angemessenen finanziellen Beitrag an den Kosten für die Erschließung von Frischwasser leistet, da es in nicht unerheblichem Maße an der Verknappung des Trinkwassers in Walzbachtal beteiligt ist. 

 

Neues Abbaugebiet und Renaturierung der alten Steinbrüche:

In unmittelbarer Umgebung von Walzbachtal finden sich zahlreiche Naherholungsgebiete, die es zu schützen gilt. Wenn das Werk nun neue Abbaugebiete erschließt, die der Bevölkerung „weggenommen“ werden sollen, sind wir als SPD-Fraktion der Auffassung, dass das Zementwerk im Gegenzug der Bevölkerung auch wieder die alten Steinbrüche vollständig zur Verfügung stellen muss, deren Renaturierung uns im Übrigen viel zu schleppend geht.

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